
Tabuthema Trauer: Warum du dich nicht schämen musst
Trauer ist persönlich – und trotzdem musst du dich für deine Gefühle nicht schämen. Warum es helfen kann, über den eigenen Schmerz zu sprechen, Unterstützung anzunehmen und der Trauer den Raum zu geben, den sie braucht, erfährst du in diesem Beitrag.
Das Wichtigste in Kürze
- Trauer ist keine Krankheit, und für die eigenen Gefühle muss sich niemand schämen.
- Jeder Mensch trauert anders – manche finden schnell zurück in den Alltag, andere erleben einen kompletten Ausfall.
- Wenn Trauer keinen Raum bekommt, kann sie sich emotional, körperlich und im Verhalten zeigen.
- Unterstützung anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern kann helfen, sich selbst und den eigenen Schmerz ernst zu nehmen.
- Wer offen über Trauer spricht, kann mehr Verständnis schaffen und dazu beitragen, das Tabu rund um Trauer zu lösen.
- Gut gemeinte Sätze wie „Die Zeit heilt alle Wunden“ helfen selten – echtes Zuhören dagegen schon.
- Auch Kinder trauern, oft still und im Verborgenen, um ihre Eltern zu schonen.
- Manche Formen von Trauer – etwa um eine Ex-Partnerin oder eine Fehlgeburt – bekommen bis heute kaum gesellschaftliche Anerkennung.
Wenn es dir schlecht ging, musst du dich dafür nicht schämen
Menschen, die einen persönlichen Verlust erlebt haben, möchten oft nicht, dass ihr Name und die Tatsache, dass es ihnen deswegen schlecht ging, öffentlich werden. Dabei könnten sie eigentlich stolz sein auf das, was sie aus ihrem Schmerz gelernt haben. Trotzdem bleiben ihre Erfahrungen häufig persönlich, manchmal sogar intim, und werden deshalb nur anonym geteilt.
Gerade darin liegt ein Widerspruch. Aus einem tiefen Schmerz kann Stärke entstehen, und die eigenen Erfahrungen können anderen Betroffenen einen Lichtstreifen am Horizont zeigen. Trotzdem fällt es vielen schwer, offen darüber zu sprechen, dass sie selbst einmal in einer solchen Situation waren.
Trauer ist etwas sehr Persönliches. Vielleicht fühlt es sich deshalb für manche Menschen falsch oder unangenehm an, die eigene Geschichte öffentlich zu machen – selbst dann, wenn sie heute auf das zurückblicken können, was sie aus dieser schweren Zeit mitgenommen haben.
Warum Trauer noch immer so schwer sichtbar sein darf
Nach einem Verlust kann selbst ein Mensch, der vorher mit beiden Beinen fest auf dem Boden stand, plötzlich das Gefühl haben, in ein Loch zu fallen. Die eigene Welt und das eigene Verhalten fühlen sich fremd an, während von aussen gleichzeitig erwartet wird, den Alltag irgendwann wieder aufzunehmen.
Arbeitgeber zeigen teilweise Verständnis und geben etwas Zeit, damit sich die Situation beruhigen kann. Gleichzeitig wissen Betroffene, dass dieser Ausfall vermutlich nicht zu lange dauern darf. Kommt dann noch Unverständnis aus dem persönlichen Umfeld dazu, geraten Trauernde schnell in eine schwierige Lage.
Mehr dazu: „Trauer am Arbeitsplatz: Wie viel Zeit braucht man wirklich?“
Wie viel Verständnis jemand von seinem Umfeld bekommt, hängt dabei auch von unausgesprochenen gesellschaftlichen Regeln ab. Welcher Verlust überhaupt als bedeutsam gilt, wie jemand trauern darf und wie lange das dauern darf, beeinflusst, wie viel Rücksicht und Unterstützung ein Mensch erfährt. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin fordert deshalb, dass Trauer in unserer durchgetakteten, funktionalen Gesellschaft wieder mehr Platz und Anerkennung bekommt.
Stellungnahme zur gesellschaftlichen Enttabuisierung von Trauer (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin)
Besonders Eltern stehen dabei oft im Clinch. Sie möchten für ihre Kinder da sein, haben nach einem Verlust aber möglicherweise selbst kaum Kraft. Zuerst muss es der Mutter oder dem Vater wieder etwas besser gehen, sonst kann aus der Überforderung ein vollständiger Ausfall werden.
Hilfreich können dabei sein:
- einige Tage Auszeit von der Arbeit
- Unterstützung im Alltag, insbesondere bei der Kinderbetreuung
- emotionale Unterstützung durch Familienmitglieder oder Freunde
- professionelle Begleitung durch eine Trauerbegleitung
- Gespräche und energetische Arbeit, etwa Reiki, um wieder etwas Ruhe ins System zu bringen
Viele meiner Klient:innen berichten ausserdem von Konzentrationsschwierigkeiten – bei der Arbeit genauso wie im privaten Alltag. Die Angst, Fehler zu machen oder zu versagen, erzeugt zusätzlichen Stress. Bei der Energiearbeit erleben sie es als hilfreich, den überlasteten Kopf einmal auszulassen und den Fokus auf den Körper zu richten.
Mehr dazu: „Warum man nach einem Todesfall plötzlich nicht mehr klar denken kann“
Was man Trauernden besser nicht sagt – und was stattdessen hilft
Das Tabu rund um Trauer zeigt sich nicht nur darin, dass Betroffene über ihre Gefühle schweigen. Es zeigt sich auch darin, was das Umfeld sagt – oder eben gerade nicht sagt. Viele Menschen wollen trösten, wissen aber nicht wie, und greifen deshalb zu Sätzen, die gut gemeint sind, aber trotzdem wehtun.
| Häufig gesagt | Warum es oft nicht hilft | Was stattdessen helfen kann |
| „Die Zeit heilt alle Wunden.“ | Bagatellisiert den Schmerz und klingt wie eine Vertröstung. | „Ich sehe, wie schwer das gerade für dich ist.“ |
| „Du musst jetzt stark sein.“ | Suggeriert, dass Tränen oder Zusammenbrechen nicht erlaubt sind. | „Du darfst schwach sein. Ich bin da.“ |
| „Das Leben geht weiter.“ | Wirkt wie eine Aufforderung, schneller zu funktionieren. | „Nimm dir die Zeit, die du brauchst.“ |
| „Ich weiss genau, wie du dich fühlst.“ | Jede Trauer ist anders. Der Vergleich lenkt den Blick von der trauernden Person weg. | „Magst du mir erzählen, wie es dir gerade geht?“ |
| „Wenigstens leidet er/sie nicht mehr.“ | Relativiert den Verlust, statt ihn anzuerkennen. | Einfach zuhören, ohne nach dem Positiven zu suchen. |
Genauso häufig wie die falschen Worte ist das Schweigen selbst. Kolleginnen wechseln die Strasse, weil sie nicht wissen, was sie sagen sollen. Freunde melden sich seltener, aus Angst, etwas Falsches zu tun. Diese Sprachlosigkeit des Umfelds ist verständlich – für die trauernde Person fühlt sie sich aber oft wie zusätzliche Einsamkeit an, gerade dann, wenn Nähe am meisten fehlt.
Wie Kinder trauern – und warum das leicht übersehen wird
Wenn Eltern trauern, geraten die Kinder in der Familie manchmal aus dem Blick – oder sie werden vor allem als zusätzliche Belastung wahrgenommen. Dabei trauern Kinder selbst, oft auf eine Weise, die Erwachsene leicht übersehen.
Viele Kinder halten ihre Gefühle bewusst zurück, weil sie ihre Eltern nicht noch trauriger machen wollen. Sie weinen heimlich, meiden die bedrückte Stimmung zu Hause oder wirken nach aussen unauffällig – nicht, weil sie nicht trauern, sondern weil sie ihre Eltern schonen möchten.
Kindliche Trauer sieht zudem anders aus als die von Erwachsenen. Sie zeigt sich seltener in langen Gesprächen, dafür häufiger im Spiel, im Malen oder in einem plötzlichen Rückfall in frühere Verhaltensweisen. Auch das ist normal und kein Grund zur Sorge.
Kinder brauchen vor allem ehrliche, altersgerechte Informationen darüber, was passiert ist, die Möglichkeit, bei Abschiedsritualen dabei zu sein, wenn sie das möchten, und Erwachsene, die ihre eigenen Gefühle nicht verstecken, sondern in Worte fassen. So lernen Kinder, dass alle Gefühle da sein dürfen – auch die eigenen.
Was passiert, wenn Trauer keinen Raum bekommt?
Das Tabu und das Schweigen aus dem letzten Abschnitt haben eine direkte Folge: Wer nicht über seine Trauer sprechen kann, bekommt auch keine passende Unterstützung. Eine Kollegin, die niemandem von ihren schlaflosen Nächten erzählt, bekommt keine Entlastung bei der Arbeit. Ein Vater, der seine Erschöpfung verbirgt, bekommt keine Hilfe im Alltag. So wird aus einem gesellschaftlichen Tabu ganz konkret eine persönliche Belastung.
Wenn Trauer über längere Zeit keinen Raum bekommt, kann sie sich auf ganz unterschiedliche Weise zeigen – emotional, körperlich und im Verhalten. Nicht jede Reaktion bedeutet automatisch eine Erkrankung. Sie kann aber ein Hinweis darauf sein, dass eine Situation sehr belastend geworden ist.
| Bereich | Wie sich das zeigen kann |
| Gefühlsebene | emotionale Taubheit oder plötzliche emotionale Ausbrüche, dauerhafte Sehnsucht, Grübeln oder ein Gefühl von Sinnlosigkeit |
| Körperliche Ebene | chronische Erschöpfung und Schlafstörungen, dauerhafte Alarmbereitschaft, unerklärliche Schmerzen, etwa Kopf-, Muskel- oder Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, ein geschwächtes Immunsystem |
| Verhalten | Aktionismus oder leeres Funktionieren, sozialer Rückzug, Suchtverhalten, Vermeidung von Trauer und allem, was daran erinnert |
Gerade Rückenschmerzen können dabei sinnbildlich für das Erleben stehen, eine schwere Last auf den Schultern zu tragen. Trauer kann sich auch dann zeigen, wenn kaum darüber gesprochen wird.
Dass Trauer auch körperlich spürbar wird, ist inzwischen wissenschaftlich untersucht. Eine Übersichtsarbeit zur Verbindung von Trauer und Immunfunktion fand bei Hinterbliebenen häufiger Anzeichen von Entzündungsreaktionen im ganzen Körper und eine schwächere Antikörperreaktion auf Impfungen – ein Hinweis darauf, wie eng seelischer Schmerz und körperliches Befinden miteinander verbunden sind.
Übersichtsarbeit zu Trauer und Immunfunktion (Quelle: Knowles, Ruiz & O'Connor, zusammengefasst auf ECARF.org)
Wenn solche Symptome länger als sechs Monate andauern, spricht die Fachwelt von einer anhaltenden Trauerstörung. Die Weltgesundheitsorganisation hat diese Diagnose 2022 in ihren Katalog ICD-11 aufgenommen. Sie betrifft nach aktuellen Schätzungen einen kleinen Teil der Trauernden, nicht die Mehrheit.
Anhaltende Trauerstörung, Diagnose 6B42 (Quelle: WHO, ICD-11)
Wie eng Trauer und Depression zusammenhängen können, zeigt sich auch an einer Schätzung, die in der Fachliteratur immer wieder zitiert wird: Ein grosser Teil der Depressionen – nach dieser Schätzung rund 60 Prozent – geht auf unverarbeitete Trauer zurück, also auf ein Verlusterlebnis, das nie richtig bewältigt werden konnte. Es handelt sich dabei um eine Einschätzung, keine exakt gemessene Zahl. Sie zeigt trotzdem, wie wichtig es ist, Trauer nicht stumm in sich hineinzufressen, sondern ihr frühzeitig Raum zu geben.
Zusammenhang zwischen unverarbeiteter Trauer und Depression (Quelle: Caritas, Sozialcourage)
Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche
Hilfe zu suchen, ist für viele Angehörige zunächst eine Hemmschwelle, die sie erst überschreiten müssen. Oft ist es der gefühlte Schmerz, der sie dazu bringt, online nach Unterstützung zu suchen.
Ich biete ein kostenloses Kennenlern-Gespräch an und versuche immer, zeitnah einen ersten Termin anzubieten. Schon diese erste Perspektive kann für Trauernde entlastend sein, weil sie wissen, dass sie mit ihrer Situation nicht alleine bleiben müssen.
Im Erstgespräch lernen wir uns online kennen. Ich erzähle, wie ich arbeite, und erkläre, dass Trauer nicht von heute auf morgen verschwindet. Trauer ist ein Prozess, der durch den Schmerz hindurchführt. Dabei begleite ich Betroffene so lange, wie sie dies wünschen.
Meine Klient:innen entscheiden sich nach dem Erstgespräch bislang immer für eine weiterführende Begleitung. Hilfe anzunehmen kann deshalb auch bedeuten, sich selbst und den eigenen Schmerz ernst zu nehmen.
Du musst deine Trauer nicht vor anderen rechtfertigen
Menschen gehen sehr unterschiedlich mit einem Verlust um. Manche können die Tatsache, dass ein geliebter Mensch gestorben ist, relativ schnell akzeptieren. Das bedeutet nicht, dass sie herzlos sind oder nicht trauern – ihre Trauer sieht einfach anders aus und läuft eher im Untergrund ab.
Andere Menschen können nach einem Verlust kaum aufhören zu weinen, finden weder Schlaf noch Ruhe zu Hause und sind ständig unterwegs. Auch innerhalb einer Familie kann das zu Unstimmigkeiten und Unverständnis führen, wenn die Angehörigen ganz unterschiedlich trauern.
Die einen finden schnell wieder in ihren Alltag zurück, während andere einen kompletten Ausfall erleben. Beides kann Ausdruck von Trauer sein. Es gibt keinen einheitlichen Weg, mit einem Verlust umzugehen – deshalb musst du deine eigene Trauer auch nicht an der Art messen, wie andere Menschen damit umgehen.
Mehr dazu: „Trauerbewältigung allein oder mit Unterstützung“ · „Trauerrituale: Es gibt kein richtig oder falsch“
Trauer, die noch nicht überall anerkannt wird
Trauer ist heute sichtbarer als früher. Trotzdem gilt das nicht für jede Form von Verlust gleichermassen. Manche Trauer bekommt bis heute wenig gesellschaftliche Anerkennung – und damit auch wenig Mitgefühl von aussen.
Der Trauerforscher Kenneth Doka nennt dieses Phänomen sozial nicht anerkannte Trauer. Gemeint sind Verluste, für die es kaum Rituale, Verständnis oder auch nur Worte gibt – etwa der Tod einer Ex-Partnerin oder eines Ex-Partners, eine heimlich gelebte Beziehung, eine Fehlgeburt oder ein Verlust, der nicht öffentlich bekannt war.
Konzept der sozial nicht anerkannten Trauer (Quelle: Kenneth Doka, zusammengefasst auf Herzenswunde.de)
Wer eine solche Trauer erlebt, bekommt oft weder Beileid noch die Erlaubnis, offen zu trauern. Genau darin liegt der Widerspruch: Trauer wird als Thema zwar präsenter, während bestimmte Formen davon weiterhin unsichtbar bleiben müssen. Auch das gehört zum Tabuthema Trauer – und auch dafür gibt es keinen Grund, sich zu schämen.
Was dieser Beitrag bewusst nicht leisten soll
Dieser Beitrag soll keine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Umgang mit Trauer sein. Gerade zu Beginn kann es aber helfen, im Chaos nach etwas Halt zu suchen und gleichzeitig flexibel mit den eigenen Bedürfnissen umzugehen.
Eine gewisse Struktur kann dabei unterstützen, zum Beispiel:
• eine überschaubare Tagesstruktur
• einmal täglich ein Spaziergang im Wald
• bewusst Pausen einplanen
• Unterstützung annehmen, wenn die eigenen Kräfte nicht reichen
Genauso wichtig ist es, den eigenen Gefühlen Raum zu geben. Wenn eine Gefühlswelle dich übermannt, muss sie nicht bekämpft werden. Manchmal darf einfach heraus, was heraus will. Ein Gespräch mit einer Freundin, ein Schaumbad, ein Spaziergang oder Ruhe können dabei guttun.
Die konkrete Orientierung und weitere nächste Schritte findest du in der Orientierungshilfe nach dem Todesfall – Halt für Kopf und Herz in den ersten Tagen. Dieser Beitrag möchte vor allem dazu ermutigen, die eigene Trauer wahrzunehmen und sich im persönlichen Chaos das zu suchen, was gerade Halt gibt.
Trauer darf ausgesprochen werden
Trauer ist keine Krankheit, und für die eigenen Gefühle muss sich niemand schämen. Wenn Menschen teilen, wie es ihnen geht, geben sie anderen die Möglichkeit, sie zu unterstützen und aus ihren Erfahrungen zu lernen.
Das kann auch für andere Angehörige wertvoll sein. Wer offen über seine Trauer spricht, schafft dadurch mehr Verständnis für sich selbst und trägt gleichzeitig dazu bei, dass Trauer auch in einem grösseren gesellschaftlichen Rahmen besser verstanden und enttabuisiert wird.
Genau deshalb darf Trauer ausgesprochen werden. Wenn Leid gesehen und ernst genommen wird, müssen Angehörige mit ihrer Trauer nicht unnötig länger allein bleiben oder ihr Leid verlängern.
Fragen und Antworten
Ist Trauer eine Krankheit?
Trauer ist keine Krankheit. Sie ist eine persönliche Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen und zeigt sich bei jedem Menschen unterschiedlich.
Warum schäme ich mich für meine Trauer?
Trauer wird häufig als etwas sehr Persönliches oder Intimes erlebt. Gesellschaftliche Erwartungen, schnell wieder zu funktionieren, führen zusätzlich dazu, dass Betroffene ihre Gefühle lieber für sich behalten.
Wie lange darf Trauer dauern?
Es gibt keinen einheitlichen Zeitpunkt, an dem ein Mensch wieder „normal“ funktionieren muss. Jeder Mensch geht anders mit einem Verlust um und braucht unterschiedlich viel Zeit.
Was kann helfen, wenn die Trauer überwältigend wird?
Eine gewisse Struktur kann Halt geben, etwa eine feste Tagesroutine oder ein täglicher Spaziergang. Gleichzeitig dürfen Pausen gemacht und Gefühle zugelassen werden. Auch Unterstützung durch Familie, Freunde oder eine professionelle Trauerbegleitung kann hilfreich sein.
Wann sollte ich mir Unterstützung suchen?
Wenn der eigene Schmerz sehr gross ist oder der Alltag zunehmend schwerfällt, kann es sinnvoll sein, Unterstützung anzunehmen. Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern kann bedeuten, sich selbst und den eigenen Schmerz ernst zu nehmen.
Warum kann es helfen, über die eigene Trauer zu sprechen?
Wer teilt, wie es ihm geht, gibt anderen Menschen die Möglichkeit, zu unterstützen oder aus den Erfahrungen anderer Betroffener zu lernen. Offen über Trauer zu sprechen, kann dadurch mehr Verständnis schaffen und zur Enttabuisierung beitragen.
Was sage ich einer trauernden Person am besten?
Am meisten hilft ehrliches Interesse statt fertiger Sätze. Fragen wie „Wie geht es dir gerade?“ oder ein einfaches „Ich bin da“ tragen oft mehr als gut gemeinte Floskeln wie „Die Zeit heilt alle Wunden“.
Trauern Kinder anders als Erwachsene?
Ja. Kinder drücken Trauer häufiger im Spiel oder Malen aus als in Worten, und sie halten ihre Gefühle oft zurück, um ihre Eltern nicht zusätzlich zu belasten. Ehrliche Informationen und die Erlaubnis, alle Gefühle zu zeigen, helfen ihnen dabei, den Verlust zu verarbeiten.

Über die Autorin: Sandra Maechler ist selbstständige Trauerbegleiterin mit 16 Jahren Coaching-Erfahrung in Krisen- und Übergangsphasen. Sie begleitet Menschen nach dem Verlust eines Partners, eines Elternteils, eines Freundes oder eines Kindes. Dabei arbeitet sie mit Gesprächsbegleitung, Hypnose und Reiki und das in Adliswil/Zürich und auch online. sandramaechler.ch